Das Walhalla Studiotheater feiert sein 15-jähriges Bestehen und hat, wie in fast jedem Jahr, kurz vor Weihnachten die Frankfurt City Blues Band eingeladen. “ Was ist Weihnachten ohne vorher ein Konzert mit der Bluesband im Walhalla gespielt zu haben?“ stellt dann auch der Gitarrist kurz vor Schluss des Abends fest. Doch Stopp. Zum Schluss erst später.

zeitung_917141930518Das Walhalla ist gerammelt voll, kein Stuhl ist leer. Schulter an Schulter stehen die Gäste an der Wand aufgereiht und besetzen den Raum. Erwartungsvoll und mit einem Glas Wein in der Hand raunt die Menge den Beginn des Konzerts entgegen. Das dann ganz anders startet als erwartet. Die Frankfurt City Blues Band ist erst einmal gar nicht bluesig. Der Bassist verschwindet hinter einer riesigen Tuba, dafür steht der Schlagzeuger zum ersten Mal ganz vorne auf der Bühne. Ja richtig, Wolfgang steht. Das gab‘s noch nie.

Und dann holt August auch noch ein Blasinstrument hervor. Gemeinsam trompeten, trommeln und „tubaen“ die fünf Musiker sich durch die ersten Songs des Konzerts. Das Publikum ist amüsiert, lacht und staunt. Auch die Musiker amüsieren sich. Ihre gute Laune überträgt sich fast sofort auf die Zuhörer. Was das wohl wird, fragen sich einige, die von der Blues Band ganz andere Töne gewöhnt sind. Doch natürlich kommen auch die anderen Töne, und zwar nach den ersten 20 Minuten.

Als der Schlagzeuger sich wieder in den Hintergrund an sein Set verzieht, Klaus Bussalb die Tuba weggelegt und den Bass hervorgeholt und August den Mikrofonständer zu sich zieht, holt Wolfgang zum wohlbekannten Blues-Band Sound aus. Es donnert und dröhnt, Tilmanns Gitarren jaulen und quietschen, August brummt und stöhnt ins Mikrofon, Klaus gibt den Rhythmus mit dem Bass vor und Achim zaubert am Saxophon. Die Stimmung ist bombastisch, das Publikum klatscht und singt mit. Mit Ruby Tuesday geht es in die Pause, die ersten 70 Minuten sind wie im Flug vergangen.

Nach der Pause wird es etwas ruhiger, aber nicht weniger lustig. An diesem Abend strahlt die Band eine ganz besondere Verbundenheit aus. Alle Sounds greifen harmonisch ineinander, die gut gemeinten Sticheleien und ein gehöriges Maß an Selbstironie wirken sympathisch. Das Stimmungshoch im Publikum reißt auch nach der Pause nicht ab. Besonders als August die Gitarre quält und mit dem blinkenden Ring das Publikum hypnotisiert. So ist es nicht erstaunlich, dass die Frankfurt City Blues Band erst nach vier Zugaben und 3 Stunden endlich die Stecker zieht. Ein ganz besonderer Abend mit ganz besonderen Gästen und ganz besonderen Musikern.

 

 

Das hat´s noch nicht gegeben….

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